René-Marcic-Preis für Apropos-Macherinnen
2009 war ein denkwürdiges Jahr für Apropos, denn Chefredakteurin Michaela Gründler und Redakteurin Anja Pia Keglevic erhielten den René-Marcic-Preis für „herausragende publizistische Leistungen“ und für „glaubwürdigen Journalismus“. Am 13. März 2009 überreichte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller den beiden den renommierten Salzburger Journalistenpreis. Er wurde erstmals an Journalistinnen eines alternativen Mediums vergeben Diese Auszeichnung hatte (und hat noch immer) eine enorme Wirkung auf das gesamte Apropos-Verkaufs- und Autorenteam (siehe Stimmen zum René-Marcic-Preis weiter unten). Unter anderem waren die beiden Preisträgerinnen eingeladen, beim jährlichen Medienempfang des Erzbischofs eine Antwortrede auf die Ansprache des Erzbischofes zu halten. Zudem wurde Michaela Gründler stellvertretend für das Apropos-Team von der Kronenzeitung unter die Top-Salzburger des Jahres 2009 gewählt. Im Februar feierte sie übrigens ihr persönliches zehnjähriges Straßenzeitungsjubiläum.
Erfolge im Verkaufsteam
2009 verkauften rund 60 Menschen in Not die Salzburger Straßenzeitung. Im Laufe des Jahres gelang es uns zwei VerkäuferInnen so weit zu stabilisieren, dass sie in Pensionszimmer zogen statt am Kapuzinerberg oder an den Gestaden der Salzach ihre Zelte aufzuschlagen. Außerdem trugen der Straßenverkauf und die Ansprache im Redaktions- und Vertriebsbüro dazu bei, dass sich zwei psychisch erkrankte VerkäuferInnen im Laufe des Jahres wieder allmählich von ihren manischen Phasen erholten.
Trauer im Apropos-Team
Leider mussten wir in diesem Jahr von drei Schreibwerkstatt-Autoren Abschied nehmen. Roland Tischler (74 Jahre) und Patrick Schierach (24 Jahre) verstarben im Juli, Rudolf Sonja Jax (49) im Dezember. Wir vermissen sie.
Ausbildungsstätte Apropos
Im Wintersemester 2009/2010 unterrichteten Michaela Gründler und Anja Pia Keglevic erstmals das „Praktikum Sozialreportage“ am Fachbereich Kommunikationswissenschaften (KOWI) an der Universität Salzburg. Wie jedes Jahr seit 2002 nahm Apropos auch 2009 Studierende der KOWI für ein einmonatiges journalistisches Praktikum auf (Stand Ende 12/2009: 47 PraktikantInnen). Zudem hielt das Apropos-Redaktions-und Vertriebsteam zahlreiche Vorträge vor Firmgruppen, Schulklassen, Studierenden, unterstützte Schul-, Matura-Fachbereichs- und Seminararbeiten sowie junge Filmemacher bei ihrer Armutsdoku „Salzarm. Kein Salz in der Suppe.“
Reges Netzwerken
Wir freuen uns, dass sich bestehende Partnerschaften weiterhin bewähren - wie etwa die Kooperation mit dem Saftladen als zweiter Vertriebsstelle oder mit der Radiofabrik, die monatlich Apropos-Themen in einem Jingle ankündigt.
Auch der Austausch innerhalb der Straßenzeitungsbewegung trug neue Früchte. Redakteurin Anja Keglevic erarbeitete gemeinsam mit Kolleginnen aus Deutschland und der Schweiz eine gemeinsame Literaturausgabe (Juli-Apropos). Sie konnten 29 renommierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller überzeugen, den deutschsprachigen Straßenzeitungen großteils unveröffentlichte Texte zu spenden. Das jährliche österreichische Straßenzeitungstreffen fand heuer in Linz statt, die internationale Straßenzeitungskonferenz in Bergen/Norwegen. Chefredakteurin Michaela Gründler protokolliert als Schriftführerin die monatlichen Telefonkonferenzen des internationalen Straßenzeitungsnetzwerkes.
Veränderungen im Team
Im Juni 2008 ging Vertriebskoordinator Wolfgang Nalepka, der seit 2001 zentrale Anlaufstelle für die rund 60 Apropos-VerkäuferInnen war, in den wohlverdienten Ruhestand. Seitdem lenkt Hans Steininger die Geschicke des Verkaufteams.
Apropos abseits der Zeitung
Nach dem großen Erfolg des ersten Straßenbuches „Alles bei Leopoldine“, dem Apropos-Kalender und den beiden Apropos-Kochbüchern gab es heuer erstmals Weihnachtspostkarten. Für 2010 ist ein zweites Straßen-Lesebuch geplant.



